Filmkritik: Deathwatch (2003)

Deathwatch

Filmbeschreibung:

Der erste Weltkrieg tobt und zwischen den ganzen Gasen und Rauchgeschwadern ist kaum noch zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Die Alliierten und deutschen kämpfen um jeden Meter an der Front, doch während eines Artillerieangriffes geht eine kleine Truppe mit jungen Soldaten verloren, sie irren schließlich mutterseelenallein im Wald herum und können vor lauter Nebel nicht viel erkennen. Als sie schließlicheinen Schützengraben entdecken, überwältigen sie die deutschen Truppen, von denen nicht wirklich viel übrig ist, und warten im Graben auf Verstärkung. doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen, Berge von Leichen türmen sich im Graben und keine Spur von den Deutschen. Zum Trailer

Filmkritik:

Ein Horrorfilm im ersten Weltkrieg, der zudem eine unterschwellige Botschaft vermittelt. Klingt auf den ersten Blick ganz vernünftig und modern, doch die Umsetzung ist eher stümperhaft und miserabel. Klar, die Kulisse ist mehr als gelungen und kann sich in jeder Perspektive sehen lassen, doch dies ist eben nur die halbe Miete. Manko von Deathwatch ist eindeutig, dass es in jeglicher Hinsicht an allem mangelt. Die Dialoge sind meistens irrsinnig und zudem weiß man nicht recht, was uns Deathwatch nun genau sagen möchte. Atmosphärisch kann der Streifen nur teils punkten, denn ab und zu passen einige Sprüche zur momentanen Situation und beschreiben regelrecht die auswegslose Situation im Krieg, doch oftmals kommt keine richtige Spannung auf. Deathwatch zieht sich in die Länge und dies liegt zum größten Teil daran, dass Regisseur Michael J. Bassett (Solomon Kane) nicht mit der Sprache rausrückt. Anfangs noch voller Mystery und offener Fragen, verfolgt man den Streifen, doch irgendwann gibt man sich gelangweilt hin und Spannung kommt dabei keineswegs auf. Man hat das Gefühl, die Story schreitet nicht voran und man bewegt sich regelrecht im Kreis des Schützengrabens. Am Ende baut Bassett noch einen kleinen Höhepunkt ein und lässt alles schnell von der Bühne verschwinden; meiner Meinung nach kein schöner Abgang, den Zuschauer mit Fragen zu überhäufen und sie nicht zu beantworten, kommt oftmals nicht so gut an. Zu guter Letzt stellt man sich lediglich die Frage, was sollte das? Was will mir der Film sagen? Deathwatch ist nicht sehr leicht zu durchschauen und macht es dem Zuschauer auch nicht wirklich einfach. Zudem erschweren die miserablen Schauspieler die Sicht auf das Wesentliche, nämlich den Krieg. wie oben bereits erwähnt, sind die Dialoge wenig aufschlussreich und das Gleiche gilt für die Besetzung beziehungsweise für die Charaktere. So unterschiedlich sie auch manchmal sein können, im Endeffekt kann man sich nur an Jamie Bell (Jumper) alias Charlie Shakespeare erinnern und an den von Anfang an „Durchgeknallten“ alias Thomas Quinn
gespielt von Andy Serkis. Der Gesamteindruck ist wirklich nicht schön und die einzigen positiven Aspekte an Deathwatch ist die gelungene Kulisse.

Filme-Blog Wertung: 3/10

Wenn ich ganz ehrlich bin, empfand ich Deathwatch zu Beginn wirklich sehr interessant, spannend und mysteriös, doch der Mix aus Horror und Kriegsfilm entpuppt sich regelrecht als Flop. All diese positiven Aspekte verlieren sich völlig und man merkt regelrecht, wie die Spannung langsam einsackt. Einzig und allein die Kulisse kann standhaft bleiben und macht sogar am Ende noch einen guten Eindruck, aber eine ordentliche Besetzung, sinnvolle Dialoge und eine fortschreitende Handlung können eben nicht durch eine gelungene Kulisse ersetzt werden. Da es hauptsächlich bei der Wertung darum geht, dass ich den Gesamteindruck anhand der einzelnen Elemente wie Story, Dialoge, Schauspieler und Atmosphäre widerspiegele, muss ich Deathwatch an dieser Stelle eine schlechte Wertung geben, denn der Streifen weiß einfach nicht so recht, was er vorhat und versagt so ziemlich auf ganzer Linie. Das Niveau liegt leider nicht sehr hoch, was man vor allem an den komischen Dialogen merkt – ich weiß nicht, ob dies ein Übersetzungsfehler ist, oder ob die wirklich so sinnlos sind. Drei von zehn im Schützengraben herum irrende Sternchen für einen ersten Weltkriegshorrorfilm.

Info:

Auffallend ist, dass die Soldaten aus dem deutschen Graben französisch sprechen, aber dennoch sind es deutsche Soldaten. Auf den ersten Blick mag dies verwirrend sein, doch dies hat einen einfachen Grund, denn in allen anderen Fassungen sprechen die Soldaten deutsch, nur nicht eben in der deutschen Fassung, da die Standardsprache sowieso deutsch ist und es ebenso unschön wirkt, wenn die alliierten Versuchen die Sprache der deutschen (ins Deutsche) zu übersetzen .

Filmfazit:

Deathwatch ist kein gelungener Film. Eine gute Kulisse ist eben nicht alles und so muss man sich mit schlechten Dialogen, miserablen Schauspielern und einer langatmigen Handlung zufrieden stellen lassen.

Filmtrailer:

Facebook Kommentare

Facebook Kommentare

Ein Gedanke zu “Filmkritik: Deathwatch (2003)

  1. Der Ansatz des Streifens ist wirklich interessant! Das Szenario gibt eigentlich durchaus was her; aber wie du schon schreibst, ist Deathwatch irgendwie…blutleer.
    Genau so ging es mit bei The Bunker. Ähnliche Thematik, aber im Zweiten Weltkrieg – fand ich ähnlich lahm den Film…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Current ye@r *