Timecrimes (2011)

Hector und seine Ehefrau sind frisch umgezogen, doch als Hector im Garten entspannen möchte und einfach einmal die Wälder beobachtet, sieht er eine halbnackte Frau. Als sie plötzlich verschwunden ist, versucht er ihr aus Neugierde nachzugehen, doch als er die Frau völlig nackt und bewusstlos auf dem Boden findet, wird er von einem Verrückten – mit einer rosa Bandage ums Gesicht – attackiert und verfolgt. Hector kann sich in ein abgelegenes Gebäude verstecken und wird nun vom Wachmann per Funkgerät vom „Bandagenmann“ weggeglotzt. Kann Hector dem Unbekannten am anderen Ende der Leitung überhaupt trauen? Wieso verfolgt dieser Typ mit der Bandage Hector überhaupt? Zum Trailer

Kritik:

Ich muss sagen, dass ich zu Beginn von Timecrimes mehr als verärgert war. Bin ich etwa schon wieder an einen billigen (Splatter) B-Movie geraten, in dem Sex-Sells auch noch an erster Stelle steht? Splatter-Movie deshalb, weil das Cover nach einem Wahnsinnigen aussieht, der einfach jeden abschlachtet, den er sieht, ohne jegliches System. Wer mich kennt, weiß, dass ich mir keine Trailer ansehe, oder diverse Beschreibungen lese, da ich der Meinung bin, dass sie zu viel vom Film verraten. Doch nun zu meiner Enttäuschung, die jedoch urplötzlich umschlug und Timecrimes begann für mich ein sehr interessanter Film zu werden, der vor allem durch sein Konzept überzeugen kann. Wieso ich zu diesen Vorurteilen kam möchte ich kurz erläutern. Gleich zu Beginn wirkt die Atmosphäre in Timecrimes komisch und irgendwie billig, dieser Eindruck verstärkt sich umso mehr der Film in der Story voranschreitet. Denn plötzlich kommen riesige logische Lücken auf, die einem den Spaß am Film rauben. Die positive Überraschung erhält man dann gegen Ende der Einleitung, womit der Film anfängt, richtig an Tempo zuzulegen und jede erdenkliche Lücke schließt. Faszinierend, dass zwar jegliche Spannung verloren geht sobald sich die Lücken schließen, aber dennoch wird man mit diesem Aha-Effekt bei Laune gehalten. Sehr schön ist auch, dass man den Film in genaue Teile zerlegen kann: Verwirrung, Auflösung und Flucht und das dabei die Auflösung nicht der Schlussteil des Films ist, sondern vielmehr die Flucht aus dem Teufelskreis das Ende markiert. Zwar bietet Timecrimes keine Starbesetzung, dennoch spielen die neun Schauspieler ihre Rollen wirklich zuversichtlich, was den Eindruck von Realität wirklich steigerte. Ein großes Manko hat Timecrimes leider doch, denn der Film endet einfach viel zu schnell und man hat das Gefühl, man wurde einfach zurückgelassen, ohne jegliche Frage zu klären. Dazu gibt es einige Ansätze von mir weiter unten zu lesen. Des weiteren hat mir die Kameraeinstellung nicht so gut gefallen, da es manchen Szenen an Farbe und schärfe fehlte und diese – wie oben erwähnt – eher billig wirken. Dennoch muss ich sagen, dass Timecrimes ein gelungener spanischer Film ist und man wirklich einen Blick auf diesen mysteriösen Streifen werfen sollte.

Wertung: 7/10

Timecrimes kann sich sehen lassen, nicht zu Letzt wegen der gelungenen Story, die uns aber leider mit offen Fragen zurücklässt. Des Weiteren glänzt Timecrimes mit einem guten Hauptdarsteller – seine Rolle handelt zwar manchmal fragwürdig – aber im Großen und Ganzen legt er hier eine klasse Schauspielleistung ab, was Timecrimes zu einem unterhaltsamen Film macht. Spannung hat der Streifen auch genug zu bieten und verbindet diese mit einer genialen Mischung aus Mystery und Science-Fiction. Alles in Allem komme ich hier auf eine Wertung von sieben zeitreisenden Sternchen.

Interpretation:

Folgender Auflösung beinhaltet auch einige wichtige Punkte zum Film, die man besser vorher nicht lesen sollte, deshalb gilt hier absolute Spoilergefahr.

Meiner Meinung nach ist Hector der Endlosschleife nicht entkommen, da diese wie folgt eintritt. Hector 1 geht in die Zeitmaschine und kommt als Hector 2 heraus, dieser geht wieder in die Zeitmaschine und kommt als Hector 3 heraus, dieser rettet dann seine Frau durch einen Trick und geht nicht in die Zeitmaschine zurück, doch hier liegt der entscheidende Punkt, wenn er nicht in die Zeitmaschine geht und Hector 1 zu Hector 2 werden kann und dieser dann zu Hector 3, wird die Anzahl von Hector 3′s immer weiter wachsen, da Hector 2 überlistet wurde und denkt, dass er seine Frau getötet habe. Deshalb müsste verhindert werden, dass Hector 1 in die Zeitmaschine geht. Denn ich finde die Kurve, die der „Wachmann“ auf dem Kalender aufgezeichnet hat zwar logisch, reell betrachtet jedoch völlig schwachsinnig. Denn es gibt bereits Hector 1, 2 und 3, wieso sollten dann auf einmal alle verschwinden? Das Problem liegt in der Vergangenheit und meiner Meinung nach hätte man lediglich verhindern müssen, dass Hector 1 in die Zeitmaschine geht.

Info:

Primer ist ein weiterer Film, der sich um Zeitreisende dreht, dabei dient hier lediglich eine Garage als Kulisse und einige Freunde, die eine Zeitmaschine bauen. Mit einem Budget von gerade mal 7000$ wurde der Film Primer gedreht.

Der spanische Originaltitel heißt „Los Cronocrímenes“ und bedeutet so viel wie: „Die Zeitverbrechen“.

Fazit:

Timecrimes ist ein weiterer gelungener spanischer Film. Dabei fordert der Film und langweilt den Zuschauer nicht. Auf jeden Fall ein Muss für Thriller und Mystery-Fans.

Trailer:

Fakten:

  • Originaltitel: Los Cronocrimenes
  • Erscheinungsdatum: 27.06.2008 (ES) 31.03.2009 (USA) & 08.07.2011 (D)
  • Laufzeit: 85 Min.
  • Genre: Drama, Mystery, Science Fiction
  • FSK: 16
  • Produktionsland: Spanien
  • Produktionskosten: 2.600.000$
  • Einnahmen: 553.198$
  • Regie: Nacho Vigalondo
  • Cast: Karra Elejalde, Candela Fernández, Bárbara Goenaga, Nacho Vigalondo, Juan Inciarte, Miguel Ángel Poo, Libby Brien, Nicole Dionne, Philip Hersh
  • Musik: Eugenio Mira
VN:F [1.9.22_1171]
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Rating: 5.7/10 (10 votes cast)
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