Precious – Das Leben ist kostbar (2010)

Harlem, 1987: Die Afroamerikanerin Claireece James, auch genannt Precious, ist 16 Jahre alt und zum zweiten Mal schwanger. Sie hat keinerlei Selbstbewusstsein, aufgrund ihres sehr hohen Körpergewichts und lebt in einer Welt voller Tagträume. Als die Schulleiterin erfährt, dass Precious nun schwanger ist, schmeißt diese sie von der Schule, empfiehlt ihr aber noch eine Alternativ-Schule. Precious gewalttätige und faule Mutter möchte aber, dass sie genau wie sie Sozialhilfe bezieht. Precious wird von ihrer Mutter geschlagen und gedemütigt. Auch Precious erstes  Kind, das bei der Großmutter lebt, wir von Precious Mutter nicht geliebt, da es an dem Down-Syndrom leidet. Die beiden Kinder stammen von Precious Vater, der seine Tochter regelmäßig vergewaltigt hat. Precious entscheidet sich gegen den Willen ihrer Mutter zu der neuen Schule zu gehen und schließt dort schnell neue Freundschaften und vertraut sich ihren Mitschülern und der Lehrerin an. Doch nach der Geburt ihres Kindes muss sie feststellen, dass sie sich bei ihrem Vater, der vor kurzem verstorben ist, mit dem HI-Virus angesteckt hat. Zum Trailer

Kritik:

Precious – mehr Selbstironie kann ein Filmtitel hinsichtlich seiner Handlung nicht besitzen. Precious (engl.: kostbar) ist der Spitzname der Hauptfigur und auf den ersten Blick scheint es, als würde auf diese alles zutreffen – aber eben nicht Precious. Denn die 16-Jährige ist übergewichtig und zum zweiten Mal schwanger. Doch der Film ist der Beweis dafür, dass hinter der Fassade etwas kostbares stecken kann. Aufgrund dem miserablen sozialen Umfeld, in dem Precious aufwächst, fühlt sie sich ungeliebt und wertlos. Das liegt unter anderem an ihrer Mutter, die sie nur beleidigt und schlägt, da diese ihre Tochter dafür verantwortlich macht, dass ihr Mann sie nicht liebt. Denn Precious Vater missbraucht seine Tochter und ihre zwei Kinder stammen sogar von ihm. Precious lässt all das über sich ergehen, ohne ein Wort zu sagen. Doch das ändert sich, als sie an ihre neue Schule geht, die ein alternatives Lernprogramm anbietet. Sie öffnet sich dort gegenüber ihren Mitschülern und insbesondere ihrer Lehrerin und wird somit auch selbstbewusster. Sie entdeckt unerwartete Talente in sich, die aufgrund ihres Analphabetismus nie bemerkbar waren. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Handlung doch ziemlich mitreißend ist, da diese sehr echt und realistisch dargestellt worden ist. Aus dem Grund wird einem nicht langweilig. Das Schicksal und das Leben von Precious ist ergreifend, aber im Nachhinein wirkte das alles so auf mich, als sei all das Schlimme, was einer Person zustoßen kann, in diesem Film aufeinander getroffen.  Die Tagträume, die Precious immer wieder heimsuchen, wirken durch das unterschiedliche Einsetzen vom Licht noch intensiver auf den Zuschauer. Zu den Darstellern ist zu sagen, dass Gebourey Sibide als Precious eine unglaublich gute Arbeit geleistet hat, denn sie spielt ihre Rolle sehr überzeugend, sodass jede Geste sehr echt wirkt und man sich schnell in die Hauptperson hineinfühlen kann. Das Ende vom Film, das ja kein richtiges Ende an sich war, finde ich absolut passend, denn hier bleibt Raum für Fantasie und außerdem hätte meiner Meinung nach ein Happy End nicht gepasst, da es doch recht unrealistisch gewesen wäre, wenn es mit Precious Leben auf einmal bergauf gegangen wäre.

Wertung: 9/10:

Precious ist ein gelungenes Drama und verdient sich neun Sterne. Diese erntet der Film in erster Linie dadurch, dass er unglaublich echt wirkt und den Zuschauer mitreißt. Man weiß schnell, wer gut und wer böse ist, was dazu führt, dass man einen guten Einblick in die Familiensituation von Precious bekommt. Der Film schafft es, im Nachhinein zum Nachdenken anzuregen, da er sich mit vielen Themen beschäftigt: Gewalt in der Familie, Inzest, Analphabetismus, Jugendliche Mütter und vielem mehr. Da sehe ich aber andererseits den einzigen Kritikpunkt, denn meiner Meinung nach sind es zu viele schlimme Dinge auf einmal. Doch trotzdem überzeugt der Film weiterhin durch die talentierten Darsteller und durch die einfache visuelle Umsetzung.

Fazit:

Precious ist ein sehr anspruchsvoller Film, der einem auch nach dem Ansehen im Gedächtnis bleibt. Mit einer guten Story und guten Darstellern ist der Film absolut empfehlenswert.

Trailer:

Fakten:

  • Originaltitel: Precious
  • Erscheinungsdatum: 20.11.2009 (USA) & 25.03.2010 (D)
  • Laufzeit: 109 Min.
  • Genre: Drama
  • FSK: 12
  • Produktionsland: USA
  • Produktionskosten: 10.000.000$
  • Einnahmen: 63.647.833$
  • Regie: Lee Daniels
  • Cast: Gebourey Sibide, Mo’Nique, Paula Patton, Mariah Carrey, Sherri Shepherd, Lenny Kravitz, Stephanie Andujar, Chyna Layne, Amina Robinson, Xosha Roquemore, Angelic zambrana, Aunt Dot, Nealla Gordon, Grace Hightower, Barret Helms
  • Musik: Mario Grigorov
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Rating: 8.1/10 (46 votes cast)
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