Filmkritik: World Invasion: Battle Los Angeles (2011)

Battle LA

Filmbeschreibung:

Unser Heimatplanet wird angegriffen. Mal wieder wollen böse Aliens die Menschheit ausrotten, die Erde und unsere Kultur vernichten und überhaupt sieht es nicht gut aus. Die großen, „wichtigen“ (Haupt-)Städte, wie Paris, Berlin und Washington D.C. sind bereits gefallen und der menschliche Widerstand schwächelt nur so vor sich hin. Der ganze menschliche Widerstand? Nein – Gott sei Dank gibt es die unerschütterliche, standfeste und sowieso ganz tolle US Army! In der sind beispielsweise Leute, ach was, Helden, wie Staff Sergeant Michael Nantz oder der junge Second Lieutenant Martinez. Ganz tolle Männer, die gerade in Extremsituationen schon mal über sich hinauswachsen und die Freiheit des amerikanischen Volkes über alles stellen. Da können die Aliens noch so schleimig und fies sein, die Jungs um Sergeant Nantz werden ihnen in der letzten noch stehenden Stadt, Los Angeles, schon gehörig in die außerirdischen Nüsse treten… Zum Trailer

Filmkritik:

Ich habe mich in der Vergangenheit ja schon öfters über Filme ausgelassen, in denen die glorreich US Army stark glorifiziert und verherrlicht wird. Im Grunde könnte ich in dieser Rezension genauso verfahren, ist World Invasion – Battle Los Angeles – doch wirklich mal wieder ein Paradebeispiel für einen Film, der unter „Aufsicht“ (ich glaube im Fachjargon heißt das „Beratung“) der Armee gedreht wurde. Doch Stopp – ich werde versuchen objektiv an Jonathan Liebesmann Sci-Fi-Kriegsfilm heranzugehen (nachdem ich in der Inhaltsangaben bereits ein klein wenig Kritik miteingeflochten habe)! Das Setting von World Invasion – Battle Los Angeles – ist zwar nicht neu, weiß aber doch durch ein, zwei interessante Designkniffe zu gefallen. So mutet der Film über weite Strecken an wie eine Kombination aus Black Hawk Down und District 9, gemixt mit einer gehörigen Portion Cloverfield. Durch eine Montage von Hochglanzfilmszenen gepaart mit körnigen pseudo-TV-Handycam-Wackel-Aufnahmen entsteht eine ganz eigene Ästhetik. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich persönlich mag den „Wackel-Look“ nicht sonderlich, dennoch bietet World Invasion – Battle Los Angeles – den einen oder anderen Schauwert, auch wenn die richtig großen Boah-Momente fehlen. In dieser Hinsicht enttäuscht der Film dann doch ein wenig, gaukelten einem die veröffentlichten Trailer doch große Schlachtenszenen in beeindruckender Kulisse vor. Im fertigen Film gibt es dann doch meistens kleinere Scharmützel in nebeligen Straßenabschnitten. Ob das jetzt Los Angeles, San Francisco oder New York ist, wo hier geschossen wird, kann man den meisten Bildern nicht entnehmen. Hier drängt sich ein weiterer Vergleich auf; der mit Transformers 3. Im Gegensatz zur dort gezeigten Invasion Chicagos wirkt der Angriff auf die titelgebende Metropole Los Angeles dann doch seltsam blass und ideenlos. Liebesmann versucht zwar durchaus der Geschichte durch die Einführung der Beweggründe der extraterrestrischen Angreifer etwas Pepp zu verleihen, dennoch scheitert er auch hier: Die Aliens brauchen scheinbar das Wasser unserer Ozeane, um zu überleben. „Wenn eine Rasse ein Volk wegen seiner Ressourcen angreift, wird die Bevölkerung in der Regel ausgelöscht“, sagt sinngemäß ein Wissenschaftler in World Invasion – Battle Los Angeles. Ein Satz, der eigentlich Raum für Interpretationen über die aktuelle und die vergangene geopolitische Lage einzelner Nationen offen liese, wird in Liebesmann Popcorn-Kino schnell in Grund und Boden zurückgeballert. Auch die Aussage eines Marines, dass die feindlichen Aliens vielleicht auch nur einfache Soldaten wären, geht im anschließendem MG-Feuer erbarmungslos unter. Bei World Invasion – Battle Los Angeles – ist kein Platz zum Nachdenken. Das muss per se nichts unbedingt negatives sein – ein Transformers unterhält auch, obwohl er jetzt nicht unbedingt anspruchsvoll ist – Liebesmann setzt jedoch die totale Identifikation mit seinen Charakteren voraus um Freude an Battle LA zu haben. Dumm nur, dass die Charaktere austauschbar und deren Beweggründe für den Mitteleuropäer sinnlos bleiben.

Filme-Blog Wertung: 5/10

Das hört sich jetzt alles unglaublich negativ an und wirklich gut ist World Invasion – Battle Los Angeles – tatsächlich nicht geworden, dennoch können Freunde von Sci-Fi-Kriegsaction ruhig einen Blick riskieren. Man sollte jedoch nach den relativ hübschen Trailern keinen Black Hawk Down 2 oder Transformers 4 erwarten. Dafür bleibt Liebesmanns Inszenierung dann doch zu konservativ. Eigentlich verwunderlich, geht doch der ansehnlichen Texas Chainsaw Massacre – The Beginning – auf Liebesmanns Konto. TCM – The Beginning – kann man als Abrechnung mit den Werten der amerikanischen Tea Party-Bewegung verstehen, seltsam, dass Liebesmann jetzt einen Film inszenierte, der genau diese Werte positiv darstellt!?

Filmfazit:

Ultra-patriotisches Popcorn-Kino zwischen Black Hawk Down und District 9. Durch und durch durchschnittlich!

Filmtrailer:

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3 Gedanken zu “Filmkritik: World Invasion: Battle Los Angeles (2011)

  1. Hallo Christian,

    so ist das mit diesen Film. Man bekommt nicht das was man erwartet. Dein Artikel ist wirklich interessant und ironisch geschrieben so das ich eine schlechtere Wertung erwartet hätte.
    Aber dir geht es wie mir. Es ist kein schlechter Film!
    Meine Wertung auf http://www.cinemotions.de sieht im Übriegen ähnlich aus.

    Viele Grüße Dirk

  2. Ein Film wie er schlechter nicht sein könnte. Im Prinzip 0 (Null) Handlung, soll er einfach nur Military-Fanboys bei dem darstellen was sie am besten können: Sinnloses Geballer, unterbrochen von “dramatischen” Kommandos unterstützt von holzklotzigen Marines-Gesten.
    Dank der schon erwähnten mangelnden Handlung und zusätzlich der ausserirdischen Bedrohung, wird der geneigte Militarist auch gar nicht von eventuellen Zwiespalten geplagt – ungestört von jedem Gewissen darf einfach nur sinnfrei geballert werden, auf alles was sich (mechanisch) bewegt.
    Ich persönlich hab selten einen schlechteren Flm gesehen, ausser die von ASYLUM. Und es könnte glatt als ein Machwerk dieser Fake-Produktionen-Firma durchgehen.
    Schauderhaft!

    • The Asylum haben ja tatsächlich einen Mockbuster von World Invasion gedreht: Battle of Los Angeles. Da ich mir deren Machwerke jedoch so gut wie nie ansehe, blieb mir auch dieser “Genuss” versagt :D
      Das macht World Invasion: Battle LA aber natürlich beileibe nicht besser; hätte das Teil aus heutiger Sich wohl auch noch etwas schlechter bewertet….

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