Filmkritik: Verblendung (2012)

Verblendung

Filmbeschreibung:

Mikael Blomkvist war ein erfolgreicher Enthüllungsjournalist bei der Zeitschrift Millenium. Doch als er wegen Verleumdung, die aber der kriminelle Unternehmer Wennerström begangen hat, zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wird, ist sein Ruf ruiniert. Kurz darauf bekommt der Unschuldige jedoch einen ungewöhnlichen Job. Der 82-jährige Vanger, der zu einer der größten Unternehmensfamilien in Schweden gehört, beauftragt ihn die Entführung und den Mord an seiner Nichte aufzuklären. Denn seit ihrem Tod, der ca. 40 Jahre her ist, bekommt er jährlich zu seinem Geburtstag das Geschenk, das er damals auch von seiner Nichte bekommen hat. Er geht davon aus, dass der Mörder seiner Nichte dahinter steckt. Zu Vangers Hauptverdächtigen gehört die ganze Familie, denn an dem Abend von Harriets Verschwinden, waren die Familienmitglieder die einzigen Anwesenden auf der Insel. Gemeinsam mit der Hackerin Lisabeth versucht er den Mord aufzuklären. Zum Trailer

Filmkritik:

Verblendung ist die Verfilmung des ersten Teils der schwedischen Romantrilogie namens Millenium von Stieg Larsson. Schon einige Jahre zuvor ist das Buch bereits verfilmt worden. Der grobe Aufbau von Verblendung orientiert sich ganz stark an der Romanvorlage. Es geht um die große schwedische Unternehmerfamilie Vangers. Im September 1966 ist die 16-jährige Harriet spurlos verschwunden. Durch einen großen Unfall auf der Brücke, die die Insel der Familie, auf der das Treffen stattgefunden hat, vom Festland trennt, hat niemand das Verschwinden von Harriet bemerkt. Ihr Onkel Henrik Vanger möchte noch Jahrzehnte nach ihrem Tod das Verschwinden von Harriet aufklären. Dazu heuert er Mikael Blomkvist an, der im Moment große Probleme hat, seinen guten Ruf als Journalist aufrecht zu erhalten, da er aufgrund einer Falle von dem Unternehmer Wennerström, einen Gerichtsprozess wegen Verleumdung am laufen hat, den er schließlich auch verliert. Mikael will sich zurückziehen und ihm kommt es gerade gelegen, als Henrik ihn beauftragt den Fall von Harriet aufzuklären und dafür Informationen zu erhalten, die seine Unschuld und Wennerströms Machenschaften beweisen. Durch Vangers Rechtsanwalt bekommt Mikael Lisbeth als Assistentin zugewiesen. Mit deren Hilfe bekommt er immer mehr Informationen über Harriet und deren Unternehmerfamilie und kommt schon bald hinter alle schmutzigen Geheimnisse der Familie. Meiner Meinung nach ist diese sehr umfangreiche Handlung des Buches sehr gut umgesetzt worden, denn das Ganze wird an keiner Stelle langweilig und das ist in Anbetracht der Spieldauer von 2,5 Stunden doch sehr bemerkenswert. Der Film reißt den Zuschauer einfach mit! Man möchte als Zuschauer unbedingt wissen, was mit Harriet passiert ist und ob Mikael den Fall überhaupt lösen wird. Der Film hält handlungstechnisch so einige Überraschungen bereit. Da die Ermittlungen um den Fall sehr schlüssig waren, hatte man als Zuschauer das Gefühl, diese hautnah mitzuverfolgen. Die Kamera wurde an vielen Stellen raffiniert genutzt und konnte die wenigen unruhigen Stellen von Verblendung gut betonen. Die Handlung wird ohne große spezielle visuelle Effekte erzählt, wirkt damit aber umso echter. Dennoch kam bei mir zu Beginn ein wenig Verwirrung auf, da die Familie um Harriet und ihren Onkel Henrik sehr groß war und man die Namen und die einzelnen Personen nicht direkt Harriet zuordnen konnte. Das Ende von Verblendung war meiner Meinung nach genau passend. Ein Happy End hätte für mich persönlich nicht reingepasst, denn nach dem Ganzen, was Lisbeth zugestoßen war, war es für mich relativ unwahrscheinlich, dass es ein Happy End für sie geben wird. Im Allgemeinen fand ich die Leistung von Rooney Mar (The Social Network, A Nightmare On Elm Street) absolut bemerkenswert. Das lag auch an dem etwas freakigen Charakter von Lisbeth. Denn der Grund, wieso Lisbeth überhaupt mit Mikael zusammengearbeitet hat, war, dass Mikael den Frauenmörder erwähnt hatte. Lisbeth ist auf Rache aus, seitdem sie von ihrem Vormund vergewaltigt worden ist. Mara spielt die Rolle, die sehr anspruchsvoll war überzeugend und stiehlt allen die Show. Auch Daniel Craig(Casino Royal, The Jacket, Der Maschinist) kann den Journalisten überzeugend spielen. Dennoch fand ich, dass die beiden Hauptdarsteller nicht sehr gut harmonierten, da die beiden Charaktere sehr unterschiedlich waren und Mara eher wie Clooneys Tochter, als seine Freundin wirkte.

Filme-Blog Wertung: 8/10

Verblendung verdient sich acht Sterne. Am meisten punkten kann der Film durch die Handlung. Diese ist in sich schlüssig, mitreißend und trotz der langen Spieldauer abwechslungsreich. Durch eine gut gewählte Kameraführung wird diese Handlung auf eine ruhige, aber dennoch echt wirkenden Art erzählt. Auch durch den Soundtrack, der zu jeder Situation im Film passt, erntet der Film Pluspunkte. Ebenso durch die beiden Hauptdarsteller, denn die beiden spielen ihre sehr anspruchsvollen Rollen überzeugend, wobei Mara aber eher heraussticht als Craig. Doch die beiden harmonieren nicht, wodurch der Film auch etwas negativer bewertet wird.

Filmfazit:

Verblendung ist ein anspruchsvollerer Film mit guten Hauptdarstellern und einer sehr gut umgesetzten Handlung. Doch man sollte sich den Film in Ruhe ansehen, da man viel zu schnell mit den vielen Personen durcheinander kommen kann.

Filmtrailer:

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: Verblendung (2012)

  1. David Finchers Verblendung ist ein schöner Film geworden. Würde ihn aber wahrscheinlich etws schlechter bewerten, da er mir nach der Original-Trilogie irgendwie überflüssig erscheint, da Fincher es nicht schafft die unübersehbaren Schwächen der Vorlage (lahme Charaktereinführung, sperrige Erzählweise…) zu tilgen.
    Der düstere, für Fincher typische Look und vor allem der Soundtrack von NIN-Frontmann Reznor sprechen aber klar für den Film. Tipp für alle, die auf dieses Ambient-Zeug stehen: Der Soundtrack ist ein einer wunderhübschen, saugeilen 3-CD-Box erschienen, die JEDES CD-Regal bereichert!!! Kaufen!

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