Filmkritik: Sanctum (2011)

Sanctum

Filmbeschreibung:

Der Vater des 17 jährigen Josh’ ist der Leiter eines gigantischen Forschungsprojektes. Ziel seines Vorhabens ist es seit mehreren Jahren ein bis zu dieser Zeit unerforschtes Höhlensystem zu erkunden und alle Beobachtungen exakt zu dokumentieren. In mittlerweile mehr als vier Jahren ist immer alles nach Plan gelaufen, doch als nun ein erneuter Tauchgang, zu einem unbekannten Teil der Höhle gestartet werden soll, beginnt sich die ganze Sache zum Schlechten hin zu entwickeln und die Ereignisse überschlagen sich, nachdem es einen tragischen Zwischenfall im tiefen Nass gegeben hat, welcher letztlich den Tod eines Crew-Mitglieds zur Folge hatte. Nun spitzt sich auch noch die Wetterlage zu, denn ein Wirbelsturm zieht auf. Der Kontakt von der Höhle zur Außenwelt ist somit ebenfalls gekappt und eine Warnung der Crew ist somit nicht mehr rechtzeitig möglich. Nun heißt es also für die geschockten und unwissenden Taucher schnellstmöglich einen Ausweg zu suchen, was sich jedoch als deutlich komplizierter herausstellt als anfänglich vielleicht vermutet. Zum Trailer

Filmkritik:

Finger weg vom Sanctum Trailer! Soviel sei von meiner Seite aus vorweggenommen, denn wer sich diesen im Voraus ansieht, wird vom Film maßlos enttäuscht sein. Die ganze Spannung und vor allem auch die Wirkung auf den Zuschauer selbst, nimmt sich Sanctum bereits in dem etwa 2:30 langen Vorab-Spot von selbst aus den Segeln und ertrinkt somit förmlich an seiner eigenen Geschichte. Aber soviel zu dem absolut unpassenden Trailer von Sanctum, wie sieht es also mit dem Film an sich aus? Dazu sollte man zuerst einmal sagen, dass die Kulisse von Sanctum bereits aus den Under-Earth Filmen wie The Descent 1 & 2, sowie aus The Cave eigentlich nur in leicht abgewandelter Form auf der Leinwand präsentiert wird und somit nicht gerade viel Innovation und frischen Wind in Sanctum hineinbringt. Ja, manchmal wirkt die ganze Atmosphäre sogar etwas zu stark gekünstelt und wird bei vielen Zuschauern sicher nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen werden. Dennoch muss sich auch der größte Verachter von Sanctum – und davon gibt es eine ganze Menge, wenn man all die negativen Kritiken zum Film mit einbezieht – ganz klar eingestehen, dass gerade die Atmosphäre den Film zu etwas Unvergesslichem macht. Auch wenn ich nicht in den Genuss einer 3D Vorführung gekommen bin, muss ich wirklich betonen wie unglaublich bedrückend die gesamte Höhle mit all ihren Engpässen und düsteren Ecken auf den Betrachter wirkt und es immer wieder schafft – mit einer absolut gelungenen musikalischen Untermalung an genau den richtigen Stellen – den Betrachter mitzureißen und dessen Herz entweder zum Rasen, oder auch zum totalen Stillstand zu bringen. Auch die Todesszenen, welche besonders gegen Mitte des Films gehäuft vorkommen und die Gruppe relativ schnell auf vier wackere Streiter minimieren erwecken mit Sicherheit in nahezu jedem Betrachter ein sehr starkes Mitgefühl und dies nicht nur aus den zuvor angesprochenen Punkten, welche alle in einer einzigen Szene aufeinander treffen, sondern auch ganz einfach aus dem Grund, dass man sich bereits zu Beginn von Sanctum in die Charaktere hineinversetzt, womit wir auch bereits bei dem nächsten Punkt der Kritik angelangt sind. Die Darsteller sind allesamt australischer Herkunft, spielen ihre Rollen dennoch relativ passabel, auch wenn sie sicher nicht die beste Besetzung für die Charaktere in Sanctum gewesen sein dürften. Leider verliert Sanctum besonders durch einen sehr stark ins Gewicht fallenden Aspekt viele gute Punkte in der Gesamtwertung – Die Spannung. Wie bereits erwähnt ist diese zwar zusammen mit der Dramatik in den Todesszenen einwandfrei umgesetzt worden, doch betrachtet man Sanctum als Ganzes, ist der Film vielleicht sogar etwas zu lang geraten und macht sich somit die anfänglich mit Leichtigkeit aufgebaute und durchaus solide Spannungskurve nach etwa 50-60 Minuten komplett zu Nichte und steht nach dieser Zeit sehr leer da und versucht immer und immer wieder mit den gleichen eintönigen und tristen Bildern aus der sehr monotonen Umgebung den Betrachter für sich zu gewinnen, was sicher nur in einem sehr geringen Maße funktionieren dürfte. Atmosphäre allein ist eben bei weitem nicht alles. Eine kleine Frage hat sich mir außerdem bis zum Schluss nicht logisch erklären lassen können: Wenn der Carl dieses ganze Höhlenforschungsprojekt finanziert, wieso leistet er sich dann nicht den Luxus und stellt die besten der Besten als Arbeitskräfte ein, welche nicht unter der Taucherkrankheit oder unter krankhaften Panikattacken und Überempfindlichkeit und leichten Gefühlsausbrüchen leiden?

Filme-Blog Wertung: 7/10

Nur gerade eben kann sich Sanctum seine Wertung von eigentlich sehr sehr schwachen sieben Sternchen sichern. Pluspunkte sammelt Sanctum in jedem Fall mit seiner unglaublich hoch angesiedelten Dramatik und dem hohen Maße an Spannung, welche besonders in den einzelnen Todesszenen verstärkt zum Einsatz kommt und den Zuschauer unglaublich in ihren Bann zieht. Auch die musikalische Untermalung in besagten Szenen von Sanctum ist einwandfrei und nicht zuletzt ist auch dies einer der Gründe, weshalb Sanctum keine sechs, sondern noch gerade eben seine sehr dünnen sieben Wassertröpfchen halten kann. Große schauspielerische Leistung steht hier zwar nicht an der Tagesordnung, dennoch kann man diese sicher als durchaus tragbar bezeichnen. Ebenso sieht es mit der Kulisse von Sanctum aus, denn so beklemmend und verängstigend diese auch wirkt, ist sie eben auch kein Stück innovativ und erinnert doch zu sehr an die alten Schinken The Descent und The Cave, auch wenn es Sanctum immerhin schafft, sich einer – wenn auch schwer vorstellbaren, aber dennoch nicht unmöglichen – Geschichte zu bedienen, in die man nicht noch eben schnell ein paar böse Monster eingebaut hat, die das ganze spannender und mysteriöser machen sollen und letztlich doch weitaus mehr an Fragen aufgeworfen hätten als alles andere.

Info:

Die angeblich wahre Begebenheit, an der sich Sanctum orientiert wird auch nur aus einem einzigen Grund zu Beginn des Films genannt, denn vor etwa 20 Jahren wurde Produzent Andrew Wright in einem Höhlensystem aufgrund eines Tropensturms gefangen. Der lockende Satz dient also im Prinzip nur als Zuschauerköder und hat mit der Geschichte von Sanctum an sich eigentlich nicht die Bohne zu tun.

Filmfazit:

Auch wenn viele Kritiker diesen Cameron Streifen in der Luft zerreißen muss ich ganz ehrlich sagen, dass sich an dieser Stelle jeder Betrachter seine eigene Meinung über Sanctum bilden sollte. Einen Blick ist der Film auf jeden Fall Wert und ich bin mir sicher, dass Fans von The Descent und The Cave etc. Sanctum lieben werden.

Filmtrailer:

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2 Gedanken zu “Filmkritik: Sanctum (2011)

  1. Ich wünschte ich hätte diese Kritik gelesen bevor ich den Film sah.
    Ich war vom Film enttäuscht. Ich hätte wesentlich mehr Spannung erwartet, der Trailer und der Name Cameron bauen tatsächlich eine hohe Erwartung auf, die nicht erfüllt werden kann.

    • Dann freut es mich zumindest, dass ich hätte helfen können. Ich persönlich habe mich ebenfalls von dem Namen Cameron ziemlich in die Irre führen lassen und war dann doch etwas enttäuscht, dass Sanctum eben nicht mal ansatzweise an Avatar oder Titanic herankommt…. War aber eigentlich auch gar nicht anders zu erwarten ;)

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