Filmkritik: I Spit on your Grave (2011)

I Spit on your Grave

Filmbeschreibung:

Die junge Jennifer ist Schriftstellerin und beschließt ein paar Tage raus aufs Land zu fahren, um einen ihrer Artikel zu beenden und sich eine Auszeit zu nehmen. Schon auf dem Weg zu der kleinen Waldhütte, in der Jennifer die nächsten Tage entspannen möchte, begegnet sie drei unsympathischen Typen an einer Tankstelle. Jennifer denkt sich nicht viel dabei, doch als die drei Verrückten später in ihrer Waldhütte auftauchen und ein perfides Spiel mit Jennifer spielen, wird sehr schnell klar, dass es für Jennifer keinerlei Chancen gibt, den Fängen ihrer Peiniger zu entgehen und so kann sie nicht viel mehr tun als zuzusehen, was die nun mittlerweile vier Gestörten mit ihr anstellen. Hat Jennifer die Kraft, diese unmenschlichen Schmerzen, die ihr wieder und wieder zugefügt werden zu ertragen? Zum Trailer

Filmkritik:

Remakes von alten Horror Streifen gibt es bekanntlich in der heutigen Zeit zur genüge, doch leider sind viele von diesen neu aufgemachten B-Movies eher eine Enttäuschung als ein wirklich gelungener Film. Anders ist das Ganze bei I Spit on your Grave (2011), denn dieser stellt sogar den eigenen Vorgänger – The Day of the Woman – in den Schatten und weiß beim Zuschauer durch gekonntes Anwenden von schockierenden und teilweise auch sehr dramatischen Szenen zu überzeugen. Wohl größtes Manko von I Spit on your Grave dürfte jedoch sein, das hier sehr wenig Handlung auf eine Zeitspanne von 107 Minuten gepackt wurde, was des Öfteren dafür sorgt, dass der Film nicht ganz so fesselnd wirkt und ihm sehr schnell die Spannung ausgeht, was sich dann auch erst gegen Filmmitte, zu Beginn des Rache-Parts wieder bessert. Die Schauspieler wurden sehr passend gewählt und besonders die hübsche Sarah Butler überzeugt als unschuldige, junge und in sich gekehrte Schriftstellerin, die ihren Wandel von der Opfer- zur Richterrolle souverän vollzieht. Leider werden viele Fragen, die während dem Sehen von I Spit on your Grave entstehen, auch gegen Ende des Films nicht mehr aufgeklärt. So bleibt z.B. komplett unkommentiert was mit der kleinen Chastity passiert, nachdem diese von ihrer “Lehrerin” entführt und als Köder benutzt wurde. Und auch wie Jennifer selbst überhaupt den Sturz ins Wasser überlebt hat, obwohl sie schon sichtlich geschwächt war, bleibt fraglich.

Filme-Blog Wertung: 7/10

Abzüge bekommt I Spit on your Grave dafür, dass der Film besonders zu Beginn sehr viele Elemente wiederholt und nicht wirklich mit vielen Innovationen punkten kann, denn anfangs ist es wirklich immer das Selbe und die einzigen Ziele, welche die Peiniger von Jennifer verfolgen, scheinen Demütigung und Vergewaltigung zu sein. Doch dann kommt doch noch die eine oder andere innovative Idee von I Spit on your Grave dadurch zum Vorschein, dass die Tode der Peiniger nach einem bestimmten Muster ablaufen, welches ich hier leider aufgrund von zu hoher Spoilergefahr nicht verraten kann. Besonders gut gelungen ist hier in jedem Fall das Aufteilen von I Spit on your Grave in 2 separate Parts: Den Vergewaltigungs- oder auch Peinigungs-Part und den darauf folgenden Rache-Part. Zu den Darstellern von I Spit on your Grave sei gesagt, dass diese ihre Rollen sehr überzeugend spielen und besonders der Protagonistin, Sarah Butler, in der Rolle der hübschen Jennifer, sieht man im Laufe des Films immer mehr an, wie fertig sie doch mit den Nerven ist und auch die Darstellung der “Veränderung” ist sehr schön umgesetzt und verkörpert worden. Minuspunkte rufen leider die in der Kritik bereits erwähnten offenen Fragen hervor, die meiner Meinung nach nicht hätten entstehen müssen. Hätte man diese Fragen noch aufgeklärt und die Laufzeit des Films noch etwas gekürzt, so hätte I Spit on your Grave vielleicht sogar eine stabilere 7 Sterne Wertung erzielen können als seine jetzige, die eher im unteren Bereich der 7 Sterne anzusiedeln ist. Aber auch so ist I Spit on your Grave ein auf jeden Fall gelungenes Remake von The Day of the Woman.

Info:

I Spit on your Grave ist das Remake des Films: The Day of the Woman oder auch: Ich spuck auf dein Grab aus dem Jahre 1978. In Sachen Handlung sind sich Original und Remake relativ gleich und nahezu einziger Unterschied dürfte wohl sein, dass wie auch bei dem Remake von The last House on the left, der Vergewaltigungs-Part des Films etwas kürzer ausfällt, als der darauf Folgende Rache-Part, welcher ebenfalls noch um einiges blutiger gestaltet wurde, bei beiden Remakes.

I Spit on your Grave ist seit 07.04.2011 in den deutschen Videotheken als Verleihversion erhältlich und wird wohl auch so schnell keine Freigabe als Verkaufsversion erhalten, da der Film ganze 5 Mal der FSK Prüfung unterzogen wurde und es trotzdem nicht schaffen konnte, eine Verkaufsfreigabe von der FSK zu erhalten. Mal wieder unverständlich ist das Handeln der FSK an dieser Stelle und so brachte zumindest die SPIO den Film zum Verleih in die deutschen Videotheken. Unser Fazit lautet einmal wieder das die FSK hier maßlos übertreibt und das es nun wirklich deutlich brutalere Filme auf dem Markt gibt, die deutlich niedrigere FSK Freigaben erhielten. Zu nennen sind hier sicher Filme wie Gesetz der Rache oder auch 96 Hours, deren Handlung im Großen und Ganzen nicht weit von I Spit on your Grave abweicht. Was soll das also?

Update:

Am 15.06.2011 erscheint nun doch nach langer Diskussion die ungeschnittene Fassung von I Spit on your Grave in den deutschen Läden zum Verkauf.

Filmfazit:

I Spit on your Grave ist ein sehenswerter Horror-Thriller und auf jeden Fall ein gelungenes Remake seines Vorgängers The Day of the Woman. I Spit on your Grave bietet dem Betrachter viele verstörende Szenen, die aber leider auch durch viele langwierige Szenen unterbunden werden.

Filmtrailer:

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12 Gedanken zu “Filmkritik: I Spit on your Grave (2011)

  1. In Deinem Bericht über den Film Neighbor schreibst Du das dieser nur auf Blu Ray ungeschnitten in Deutschland zu bekommen ist.Aber welche Blu Ray Fassung ist das und wo kann ich diese kaufen ?

    • Der Film ist genauso “krank und pervers” wie Toy Story – gar nicht!
      Das Original ist ein feministisches Meisterwerk und Mitbegründer eines eigenen Genres; das Remake ein handwerklich solider Rape’n’Revenge-Streifen.

    • Ich bin auch eigentlich der Meinung dass das Original ein kleiner Meilenstein in der Gründung der Rape ‘n’ Revenge Filme war… auch wenn vielleicht einiges wirklich krank herüber kommt und das besonders in der Uncut Fassung von I spit on your Grave so sollte man eben auch die guten Seiten des Films sehen. Für Genrefans, die auch The last House on the left mochten, wird der Film sehr gelungen dastehen und für Verabscheuer solcher Filme scheint es, als sei der Film überflüssig. Geschmäcker sind verschieden aber wenn sich niemand mit solchen Filmen anfreunden könnte, warum sollte man sie dann in zunehmender Form produzieren?!

  2. von diesem habe ich schon mal desöfteren was gesehen, aber hatte ihn mir bisher noch nie richtig angesehen – das habe ich jetzt mal nachgeholt
    persönlich finde ich den film relativ interessant und bin der meinung, dass er sogar noch etwas mehr potential hat, als er es letzten endes zeigte
    bis zur hälfte hin ist es auch ziemlich gut nachvollziehbar, insbesondere während der vergewaltigungsstelle kann man sich das leid des opfers auch sehr gut nachvollziehen
    die schauspielerische leistung ist nicht die beste, aber auch bei weitem nicht die schlechteste
    ich hätte es noch besser gefunden, würde ihr revival-werdegang ein wenig mehr erklärt worden in form von rückblicken oder ähnliches – so ist es eher abrupt und man kriegt als zuschauer nur so das “nötigste” mit
    zudem haben mich die szenen und die art und weise sehr an “Saw” erinnert

    zusammengefasst würde ich den film nur fans solcher genres evtl. empfehlen, da er teilweise makaber scheint und an sich keine “tiefgründige” story enthält
    bei diesem streifen handelt es sich wirklich nur um ein “Rape’n’Revenge”

    persönliche wertung: 6/10

    • Triffst es mit deinem kurzen Feedback ziemlich genau… auch ich fühlte mich hin und wieder ganz dezent an SAW erinnert, wobei SAW natürlich absolut kein Vergleich ist, den man an dieser Stelle hinzu ziehen sollte. Da ist I spit on your Grave dann doch um einiges ernster und erzählt ähnlich wie The last House on the Left eine teilweise wirklich sehr ergreifende Geschichte (auch wenn hin und wieder die Ernsthaftigkeit natürlich durch die etwas absurderen Szenen heruntergespielt wird). Darf ich fragen welche Version des Films du gesehen hast, denn ich finde das es einen ziemlichen Unterschied macht ob man an dieser Stelle “nur” die entschärfte Version gesehen hat…

      • ich achte bei solchen, naja eigentlich generell bei allen filmen, dass sie UNCUT sind
        deshalb habe ich mir die UNCUT version rausgesucht
        wie die unterschiede zwischen CUT und UNCUT in diesem film sind, weiss ich nicht, deshalb kann ich dir nicht mit absoluter sicherheit sagen, ob es nun wirklich die UNCUT version war
        haste da vielleicht ein referenz video oder vllt einige bilder?

  3. also ich weiß ja nicht, was die meisten von euch haben, aber der film ist einfach nur der OBERHAMMER! ich find die geschichte einfach genial und vor allem ihre Rache zum schluss. dieser film gehört zu den besten überhaupt :)

    • Ja der Streifen ist wirklich gelungen, da kann ich nur beipflichten ;)

      Wer das Genre mag wird ihn lieben und jeder andere sollte ihn dennoch einmal gesehen haben, um sich ein eigenes Bild zu machen…

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