Die Welle (2008)

Rainer Wenger, ein energischer Gymnasiallehrer, wird dazu verdonnert das langweiligste Thema der Projektwoche zu leiten: Staatsformen. Zu Beginn unterhält er sich mit seiner Klasse über verschiedene Staatsformen und schon schnell ergibt sich daraus eine heftige Diskussion, denn die Schüler sind überzeugt davon, dass eine Diktatur, wie sie von Hitler ausgeführt worden war, in der heutigen Zeit nicht mehr möglich sei. Die Klasse beschließt ein Experiment zu starten, dass von Rainer – nun für die Schüler “Herr Wenger” – geleitet wird. Dieses soll ihnen zeigen, dass Faschismus immer und überall herrschen kann. Rainer gründet mit seiner Klasse eine Gruppe, deren Prinzipien auf Disziplin, Gemeinschaft und Handeln beruhen sollen. Er wird die Leitfigur der Gruppe und es werden strikte Regeln eingeführt, wie zum Beispiel eine Kleiderordnung für die “Anhänger” und die Klasse verschmilzt zu einer Einheit. Nach einigem Überlegen einigen sich die Schüler darauf, die Gruppe “Die Welle” zu nennen. Nach kurzer Zeit existiert “Die Welle” nicht nur in der Schule sondern auch außerhalb. Die Schüler, die zuvor als Außenseiter in der Klasse galten, gehören jetzt dazu und die Leute, die sich gegen “Die Welle” auflehnen, werden ausgeschlossen. Die Sache beginnt langsam aus dem Ruder zu geraten, denn es kommt immer öfter zu handfesten Übergriffen zwischen “Welle”-Mitgliedern und den Schülern, die diese extreme Gruppe ablehnen. Und bald muss auch Rainer Wenger erkennen, dass die Sache komplett außer Kontrolle geraten ist. Zum Trailer

Kritik:

Die Welle beruht auf dem Roman “Die Welle” von Morton Rhue, der sich auf ein Experiment namens “The Third Wave” stützt, das 1967 in Kalifornien durchgeführt wurde. Die Welle wird oft zum gleichnamigen Buch von Morton Rhue im Unterricht durchgenommen. Meiner Meinung nach sieht man hier als Jugendlicher, der es nicht verstehen kann, wieso Hitler so viele Anhänger hatte, dass es tatsächlich möglich ist, eine Gruppe, die einen Anführer hat und ihre Ablehner unterdrückt, zu gründen. Die Mittel, die es dazu bedarf, eine Diktatur zu gründen – Disziplin, Gemeinschaft und Macht – werden meistens unterschätzt, doch wenn man sich Die Welle angesehen hat, wird es für den Zuschauer verständlicher, dass eine solche Staatsform in der heutigen Zeit doch möglich wäre. Meiner Meinung wird der Zeitraum für die Entwicklung der Welle viel zu kurz – Nur eine Woche! – gewählt, wodurch man als Zuschauer doch das Gefühl bekommt, dass die Entwicklung doch etwas unrealistischer ist, als man dachte. Doch in Die Welle geht es nicht nur um Diktatur und Faschismus, sondern auch um Freundschaft und Liebe und den normalen Schulalltag. All das ist gut dargestellt worden. Leider wurde nicht allzu sehr auf die Charaktere eingegangen und somit kann man einige ihrer Entscheidungen nicht deutlich nachvollziehen. Die Darsteller haben alle eine gute Leistung an den Tag gelegt, wobei vor allem die Rolle von Tim – der Außenseiter der Klasse – der von Frederick Lau verkörpert wird, ein Lob verdient hat. Dieser stellt eigentlich die Gründe von der Verbreiterung der Welle dar, da er durch die Welle erst dazugehören kann und zum Ende hin nicht mehr ohne diese leben kann. Er ist derjenige, der sich am meisten in Die Welle reingesteigert hat und erst durch Tim wird Rainer Wenger klar, dass das Experiment langsam schreckliche Ausmaße annimmt. Während man sich den Film ansieht, fallen dem Zuschauer immer wieder Anspielungen auf die NS-Zeit auf, wie zum Beispiel der Vergleich von Karo mit Sophie Scholl. Karo, war eine der wenigen, die sich gegen Die Welle wehren wollten und an dieser Stelle wurde klar, dass Die Welle vor keinen Mitteln zurückschreckte, um ihre Gegner aus dem Verkehr zu ziehen. Das Ende ist meiner Meinung nach etwas zu dramatisch, denn eigentlich wurden dem Zuschauer im Laufe des Filmes schon die Folgen des Experiments vorgezeigt.

Wertung: 8/10

Die Welle hat sich 8 Sterne verdient, da er sehr gut die Entwicklungen einer Diktatur vorzeigt, gleichzeitig aber auch die Themen Freundschaft und Liebe beinhaltet. Als positive Aspekte kann man nennen, dass die Drehbuchautoren ein gutes Mittelmaß zwischen den oben genannten Themen gefunden haben. Die Darsteller spielen ihre Rollen überzeugend, doch meiner Meinung nach wird auf manche Charaktere, zum Beispiel auf Marco, zu wenig eingegangen. Obwohl meiner Meinung nach die Verbreiterung der Welle in einem zu kleinen und etwas unrealistischen Zeitraum gehalten wurden, versteht man als Zuschauer trotzdem, wieso Diktaturen existieren können. Auch der Alltag in der Schule wurde gut umgesetzt, denn Rainer Wenger überzeugt als cooler und energischer Lehrer und auch die “Rollenverteilungen” in der Klasse, sind gut verteilt. Dadurch ergibt sich, dass der Film vor allen Dingen auf Jugendliche ausgerichtet ist. Minuspunkte handelt sich die Welle durch das Ende ein, das meiner Meinung nach etwas zu dramatisch ist, denn die Botschaft des Filmes hätte meines Erachtens auch ohne blutiges Ende an den Zuschauer vermittelt werden können.

Fazit:

Ein sehr sehenswerter Film, der vor Allem auf Jugendliche ausgerichtet ist, der außerdem auch eine Botschaft an den Zuschauer vermittelt und von dem man vieles über den Erfolg von Hitler’s Regime erfahren kann.

Trailer:

Fakten:

  • Originaltitel: The Wave
  • Erscheinungsdatum: 13.03.2008 (D)
  • Laufzeit: 107 Min.
  • Genre: Drama, Thriller
  • FSK: 12
  • Produktionsland: Deutschland
  • Produktionskosten: 5.000.000$
  • Regie: Dennis Gansel
  • Cast: Jürgen Vogel, Frederick Lau, Max Riemelt, Jennifer Ulrich, Christiane Paul, Jakob Matschenz, Christina do Rego, Elias M’Barek, Maximilian Vollmar, Max Mauff, Ferdinand Schmidt-Modrow, Tim Oliver Schultz, Amelie Kiefer, Fabian Preger, Odine Johne
  • Musik: Heiko Maile
VN:F [1.9.22_1171]
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Rating: 7.2/10 (143 votes cast)
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